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Historie von Gut Haneworth:
Der aus Osten stammende Reichstagsabgeordnete Dr. Diederich Hahn zählte schon in jungen Jahren zum engen Freundeskreis des ehemaligen Reichskanzlers Fürst von Bismarck . Hahn verstand sich bis zu seinem Tod als einer der politischen Testamentsvollstrecker Bismarks und stand , auch aufgrund seiner nationalistischen Einstellung , den Hohenzollern distanziert gegenüber . Er ist der untypische Politiker seiner Zeit , der nichts vom weltumgreifenden Imperialismus Wilhelms II. hielt , sondern sein Betätigungsfeld in der Heimat suchte. Hahn war Mitbegründer des einflussreichen Bundes der Landwirte , deren Interessen er in der Provinz Hannover vertrat. Um im 1.Weltkrieg die Volksernährung sicherzustellen , gründete Hahn in Lamstedt eine Kultivierungsgenossenschaft. Es hatte ihn unter anderem aus der Liebe zur Heimat an die Niederelbe zurückgezogen. Diese Genossenschaft hatte zum Ziel Heide und Moorflächen Lamstedter Landeigentümer urbar zu machen , um damit die Volksernährung im Krieg sicherzustellen. Einen großen Teil der Ländereien hatte Hahn persönlich erworben um daraus Gut Haneworth aufzubauen.
Zur Kultivierung wurden Kriegsgefangene aus Flamen herangezogen , die unter Aufsicht von preußischen Soldaten zur Arbeit eingesetzt wurden. Die Gefangenen wohnten in Baracken, in der Nähe des heutigen Gutes Haneworth, welche vom Militär aufgebaut wurden. Da die harte Arbeit für die Gefangenen nicht alleine zu bewältigen war , wurden zusätzlich riesige Dampfpflüge eingesetzt.
Einige Handwerker und Künstler ( z.B. der flämische Kunstmaler Lucien Maars ) wurden auf Wunsch von Dr. Hahn zum Bau des Gutshauses, sowie der Parkanlage eingesetzt. Die Hauptarbeiten wurden von Lamstedter und Hamburger Handwerkern erledigt .
Nach dem plötzlichen Tode von Dr. Hahn 1918 wohnte seine Frau Magarete Hahn mit ihren fünf Kindern auf Gut Haneworth und versuchte das Gut zu bewirtschaften. Da aber die Dienstbezüge ihres Mannes wegfielen, war der im Aufbau befindliche Gutsbetrieb für die Familie Hahn nicht mehr zu halten. Frau Margarete Hahn mußte noch im Jahr 1919 Gut Haneworth aufgeben und hatte damit das gesamte Vermögen der Familie verloren. Mit ihren fünf Kindern kämpfte sie sich als Angestellte durchs Leben .
Nachdem die Pläne der Gläubiger das Gut in einzelnen Parzellen zu verkaufen verworfen wurden , erwarb 1921 der Hof und Ziegeleibesitzer Hermann Eylmann aus Drochtersen Haneworth. Das Gut wurde bis 1975 von der Familie Eylmann bewirtschaftet ( zuletzt von seiner Tochter Wilma Gresens ) bis es als Pachtbetrieb von der Familie Steinbacher weitergeführt wurde.
Im Jahr 2000 übernahm der Enkel von Hermann Eylmann, Heinz-Christian Gresens das Gut aus der Pachtung zurück und baute die Gebäudeanlage zu einem Pferdezuchtbetrieb um. Der landwirtschaftliche Betrieb des Gutes ist zur Zeit an einen Landwirt aus Nordahn verpachtet. Der aus der Gebäudeanlage entstandene Reitstall wird nun von der WP Horses GbR betrieben.
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